Kanada 2017 – Reisetagebuch

…und wieder mal ist es soweit, wir können es nicht lassen. Wir reisen diesmal durch den Osten Kanadas, speziell Ontario.

An unserem ersten Tag erwartet uns eines unserer Highlights von der Liste: THINGS TO DO/SEE BEVOR……

Sonntag, 03.09.2017

Anreise

Abflug:         15:10 Uhr FRANKFURT

Ankunft:       18:10 Uhr TORONTO

Thomas Cook Airlines

Wir haben inzwischen unser Reiseziel, Kanada, erreicht. Der Flug von Frankfurt war nicht nur pünktlich bei Start und Landung, er war auch sehr kurzweilig und angenehm. Es war eine sehr freundliche Crew an Bord, das Essen war hervorragend und somit hat sich unsere Buchung Premium Economie absolut gelohnt. Wir kamen mehr oder weniger fast relaxed in Toronto an, was durch die butterweiche Landung auch noch unterstrichen wurde. Auf die Koffer mussten wir leider etwas warten, da das Laufband für 3 fast zeitgleiche Maschinen herhalten musste. Unsere deutsche Maschine wurde zuletzt ausgeladen. Danach gingen wir direkt gegenüber ins Parkhaus zur Autovermietung Hertz und hatten innerhalb von 20 min unseren Mietwagen. Kurz gecheckt und dann ging es bereits Richtung Best Western Plus Executive Inn, 38 Estate Drive, Scarborough, Toronto. Dort ging auch alles ganz fix an der Rezeption und das vorgebuchte Zimmer war auch schnell von uns in Beschlag genommen. Ziemlich bald fielen wir hundemüde in unsere Betten.

Montag, 04.09.2017 Labour Day

Niagara Falls

Über 50 m hoch und fast 1000 m breit sind die Niagara Falls. Bis zu 5700 m³ Wasser pro Sekunde stürzen hier in die Tiefe. Kanada und die USA teilen sich die Fälle. Auf beiden Seiten der Grenze legen die Boote ab, die amerikanische Maid of Mist-Flotte und die kanadische Hornblower-Flotte. Sie fahren unmittelbar an den tosenden Fluten vorbei. Echte Maids of the Mist, Jungfrauen der Gischt, waren einst irokesische Mädchen, die regelmäßig geopfert wurden. Man setzte sie in ein mit Blüten und Früchten gefülltes Kanu und übergab sie der Gewalt des Niagara River. Einer Legende nach stürzte sich einst der Irokesenhäuptling Eagle Eye mit über die Klippen, als seine Tochter auf diese Todesfahrt gehen musste.

Vom Table Rock Welcome Center auf kanadischer Seite geht es mit Fahrstühlen fast 50 m nach unten. Von dort führt ein Fußgängerweg hinter die Wasserwand. Die Drahtseilbahn Whirlpool Aero Car fährt in 40-86 m Höhe über das schäumende Becken hinweg, in das sich die Wassermassen ergießen. Über 20 Millionen Besucher sollen sich jährlich die Fälle ansehen, die sicher nicht die höchsten, vielleicht auch nicht die schönsten, aber zweifelsohne die bekanntesten der Welt sind. Der gerade mal 58 km lange Niagara River fließt dabei vom Eriesee in den Ontariosee und bildet auf etwa halber Strecke die Niagarafälle. Der Wasserfall besteht aus zwei Teilen, dem großen, halbrunden Hufeisen (Horseshoe)-Fall auf der kanadischen Seite und einem kleineren Wasserfall auf der US-Seite. Die Grenze zwischen beiden Ländern verläuft mitten durch den Fluss. Die Niagarafälle sind geologisch gesehen nur eine kurze Zeiterscheinung. Sie existieren erst ein paar tausend Jahre und wären auch relativ bald wieder verschwunden, wenn man nicht Maßnahmen getroffen hätte. Durch Bauten und nächtliches „Abschalten“ der Wasserfälle hat man den Gesteinsabrieb und damit das Wandern der Niagarafälle den Fluss hinauf von früher einem Meter pro Jahr auf jetzt 30 cm in 10 Jahren vermindert. Seit langem werden die Fälle auch von Kraftwerken zur Stromerzeugung genutzt. Dafür wird vor den Wasserfällen Wasser vom Fluss abgezweigt, weswegen die Niagarafälle auch nicht mehr so spektakulär aussehen wie früher. Nachts werden die Fälle deswegen sogar per Knopfdruck regelrecht „abgeschaltet“, da dann die Wassermenge drastisch verringert wird. Auch in der Nebensaison ist die durchgelassene Wassermenge geringer. Neben dem Blick tagsüber sollte man die Niagarafälle auch nachts bewundern, zwischen 21 und 24 Uhr werden sie farbig beleuchtet.

Für den heutigen Tag hatten wir eine Tagestour an den Niagara Falls gebucht.

Also gab es um 6 Uhr ein (sehr) gutes Frühstück und dann fuhren wir in Richtung der 156 km entfernt liegenden Niagara Falls. Dort trafen wir am IMAX-Kino, gegenüber des Skylon Towers, unseren Tourguide und schon erhielten wir eine Sightseeing-Tour durch den Ort. Wir fuhren zum Table Rock Welcome Center und bereiteten uns auf die „Journey Behind the Falls vor“. Gut ausgestattet mit gelben Regencapes erkundeten wir eine Reihe von Tunneln, die am Ende der Horseshoe Falls beginnen und uns einen Blick auf die Rück- und Unterseite des Wasserfalls bot, von wo aus wir eine andere Perspektive auf das tosende Wasser hatten. Immer wieder klatschte das Wasser in die Tunnelöffnungen, man sacht und dann wieder so gewaltig, dass wir dem Nass kaum entkommen konnten. Nun erwartete uns der nächste Teil der Tour. Die Niagara Falls von unten bzw. hinten hatten wir gesehen und auch gespürt. Jetzt mussten wir sie noch von oben sehen. Wir nahmen an einem aufregenden zwölfminütigen Hubschrauberflug teil und genossen die unvergleichliche Aussicht auf die Wasserfälle, den Niagara-Fluss, die Stromschnellen der Whirlpool Rapids und die umliegende Landschaft und das alles bei strahlendem Sonnenschein. Danach nahmen wir an einer der beliebtesten Attraktionen bei den Niagarafällen teil, die  Bootsfahrt, bei der wir so nah wie möglich an die Horseshoe Falls herankamen. Wir hörten, wie laut das Wasser ist und spürten den starken Sprühnebel. Natürlich wurden wir zu Beginn der Bootsfahrt in rote Regencapes gesteckt, was jedoch gar keinen Sinn hatte. Wir waren patschnass von oben bis unten. Auf den Booten der amerikanischen Seite werden die Passagiere übrigens in blaue Regencapes gesteckt.
Nach diesem Einsatz von Leib und Leben gegen die Naturgewalten Wasser und Wind hatten wir uns ein Mittagessen verdient. Wir fuhren mit dem Aufzug zum Restaurant unter der Aussichtsplattform des Skylon Tower, die sich in 160 Meter Höhe vom Boden und 236 Meter über dem tiefsten Punkt der Niagarafälle befindet. Wir genossenen eine tolle Mahlzeit und gleichzeitig die Vogelperspektive auf die Niagarafälle. Nach einem gegrilltes New York Sirloin-Steak für jeden von uns und dem wunderbaren Blick aus den Fenstern des sich drehenden Restaurants, bot sich uns abschließend, auf der Aussichtsplattform, noch ein fantastischer Panoramablick auf den Niagara-Fluss und alle drei Wasserfälle – Horseshoe Falls, Bridal Veil Falls und American Falls.

Der kanadische Ort Niagara Falls liegt im Bundesstaat Ontario und lebt wegen seiner Lage direkt an den Niagarafällen in erster Linie vom Tourismus. In den letzten Jahrzehnten ist in den Straßen nahe der Fälle – besonders entlang der Victoria Ave. – eine kirmes-ähnliche Infrastruktur erschaffen worden, die an ein kleines Las Vegas erinnert. Einfache Shows und Fahrgeschäfte, sogar ein Riesenrad, die mit den Wasserfällen nichts zu tun haben, liegen neben zahlreichen Restaurants und Imbissen. Auch haben sich zahlreiche Hotels angesiedelt. Sehenswert sind die Botanical Gardens mit dem Butterfly Conservatory du der Floral Clock, einer Uhr von 12 m Durchmesser aus 20.000 Blumen, einem beliebten Fotomotiv. Ebenso interessant ist der Queenston Heights Park, in dem sich die monumentale Säule – das Brock Monument – befindet, von dort aus hat man einen weiten Blick über Fluss und Landschaft. Im Park beginnt auch der Bruce Trail der den Klippen und Höhenzügen des Niagara Escarpment führt und zur Spitze des Bruce Peninsula führt.

Mit einem ausgedehnten Spaziergang, beginnend nochmal an den Niagara Falls, erkundeten wir noch die Stadt Niagara Falls und fuhren danach müde und überwältigt von den tollen Eindrücken am Ende dieses schönen Tages zurück nach Toronto.

Dienstag, 05.09.2017

Unsere Reiseplanung führte uns heute zunächst in das ca. 130 km entfernte, etwas nordwestlich gelegene, Kitchener.

Kitchener

Zu Anfang des 19. Jahrhunderts gründeten deutschsprachige Mennoniten aus Pennsylvania südwestlich von Toronto den Ort Berlin, der im Ersten Weltkrieg nach dem britischen Feldmarschall Kitchener umbenannt wurde. Doch blieb die Stadt (220.000 Einwohner) dem bajuwarisch eingefärbten Brauchtum treu. Der Ballungsraum mit Cambridge und Waterloo verzeichnet 480.000 Einwohner. Im Freilichtmuseum Doon Heritage Village mit über 20 Gebäuden aus dem Jahr 1914, darunter 2 Farmen, zeigen zeitgenössisch gekleidete „Bewohner“ das damalige tägliche Leben. Mitte Oktober feiern Besucher aus aller Welt in 17 Festhallen neun Tage lang das Kitchener-Waterloo Oktoberfest mit Akkordeonmusik, Bier und Bratwurst. Das größte Oktoberfest Nordamerikas. Höhepunkte sind die Eröffnung am Kitchener Civic Square und der kilometerlange Umzug entlang der King Street am Thanksgiving Day.

Nach einem kurzen Aufenthalt entschieden wir uns für die Weiterfahrt nach St. Jacobs.

St. Jacobs

Im einst Jacobstettl genannte Städtchen St. Jacobs, ein hübsch herausgeputzter Ort im Mennonitenland, 15 Kilometer nördlich von Kitchener gelegen (1.300 Einwohner), herrscht auf der schmucken King Street ein buntes Gewimmel von Touristen auf der Suche nach Schnäppchen in den Antiquitäten-, Kunsthandwerks- und Handarbeitsläden. Als Kontrast zuckeln in bedeckten Farben gekleidete Mennoniten mit kleinen, schwarzen Pferdekutschen über die Hauptstraße. Die in Europa verfolgten deutschsprachigen Mennoniten wanderten über die USA (Pennsylvania) nach Kanada ein. Sie verkaufen Obst, Gemüse, Andenken oder Kuchen wie den „shoofly pie“ auf dem Farmer’s Market, einem exzellenten Bauernmarkt mit 700 Händlern.

Leider hatte der Farmer‘s Market geschlossen (nur Do und Sa geöffnet), also machten wir einen ausgedehnten Spaziergang durch das kleine Städtchen St. Jacobs, mit Bummel durch die kleinen Geschäfte. Natürlich bekamen wir unterwegs auch die kleinen schwarzen Pferdekutschen der Mennoniten und natürlich auch viele Mennoniten selbst zu sehen. Wir waren auch sehr beeindruckt von dem sauberen Örtchen, den schmucken Häusern und sehr gepflegten Vorgärten.

Die Tour führte uns weiter in den Norden. Unterwegs hielten wir an Pebbles Family Restaurant, einem kleinen und einfachen, von Menoniten bewirtschafteten Restaurant. Nach einer Stärkung mit „homestyle“ gebackenem Kuchen und einem frischen Kaffee fuhren wir weiter. Kurzfristig entschieden wir uns für eine Übernachtung in Owen Sound, die wir dann auch schon unterwegs per Internet buchten. Bei herrlichem Sonnenschein machten wir einen Spaziergang durch den Kelso Beach Park und entlang der Georgian Shores Marina. Letztendlich erledigten wir unseren ersten großen Lebensmitteleinkauf und danach gab es noch ein schnelles Abendessen bei Wendys.

Owen Sound

Owen Sound ist der Sitz des Grey CountyOntarioKanada. Der an den Mündungen von Pottawatomi und Sydenham River in die Georgian Bay gelegene Ort hat 21.688 Einwohner. Die Bucht wurde zu Ehren von Admiral Sir Edward William Campbell Rich Owen „Owen’s Sound“ genannt. Die Stadt war zunächst unter dem Namen Sydenham bekannt. Ursprünglich war das Gebiet vom Volk der Ojibway bewohnt gewesen. 1851 bekam die Stadt ihren heutigen Namen. Lange Zeit war Owen Sound eine bedeutende Hafenstadt. Sie war als „Chicago des Nordens“ bekannt. Ihre Lage an der Georgian Bay ermöglichte eine Zufahrt zu den oberen Großen Seen, und die Haupteisenbahnverbindungen transportierten Waren nach Süden. Nach der Eröffnung des Sankt-Lorenz-Seewegs erlebte der Hafen einen Niedergang. Der Seeweg ermöglicht den Schiffen eine direkte Fahrt zwischen oberen und unteren Großen Seen. Owen Sound ist einerseits das Tor zu einer Erholungsregion und andererseits das Herz von Ontarios Rindfleisch-, Apfel- und Maisregion.

Mittwoch, 06.09.2017

Nach einem typisch kanadischen / amerikanischen Frühstück fuhren wir weiter nach Norden zum Bruce Peninsula Nationalpark. Die Landschaften links und rechts der Straßen änderten sich zunehmend in die vertrauten Bilder: endlos lang geradeaus führende Straßen, große Felder mit Mais oder Heu- bzw. Strohballen, Weiden mit Rindern und Pferden, landwirtschaftliche Höfe, Privathäuser mit großen gepflegten Grundstücken sowie Wälder mit schon beginnender Laubfärbung.

Bruce Peninsula

An der Südspitze des Bruce Peninsula liegt der gleichnamige Nationalpark. Prägender Bestandteil des Parks ist das sich nach Osten zur Seite der Georgian Bay hin auftürmende und bis zu den Niagarafällen reichende Niagara Escarpement. Steile Klippen und dichte Wälder prägen das Nordende der Bruce Peninsula. Der Steilabbruch entstand aus Ablagerungen eines tropischen Meeres, das vor etwa 400 Millionen Jahren die Region bedeckte. Von Tobermory nordwärts bis Manitoulin Island setzt sich das Escarpement als Inselkette fort. Die raue, zerklüftete Küste förderte die Entwicklung eines einzigartigen Ökosystems, in dem Flora und Fauna dank der Unzugänglichkeit der Felsinseln, Höhlen und Grotten ungestört gedeihen können. Eine besondere Reputation besitzt die Bruce Peninsula wegen ihrer seltenen Orchideen und Farne. Am Cyprus Lake mit Campingplatz und Badestrand schlägt das Herz des Parks. Am 20 m hohen Aussichtsturm im Park beginnen mehrere schöne Wanderwege, von denen die 3 km lange Kombination aus Georgian Bay Trail zur Küste und Marr Lake Trail zurück zum Cyprus Lake an Brillianz kaum zu überbieten ist. Alternativ kann man hoch über der Georgian Bay dem anspruchsvollen Bruce Trail nach Tobermory folgen. Der gesamte Bruce Trail ist ein 782 km langer alter Indianerpfad von Queenston am Niagara River bis Tobermory und folgt dem Verlauf des Höhenzuges. Flach und streckenweise sumpfig hingegen verläuft die Westseite des Nationalparks am Lake Huron, wo der Sandstrand des Singing Sands Beach an der Dorcas Bay zum Badeurlaub einlädt. Der Fathom Five National Marine Park ist ein Unterwasserpark, der nebeneinem Areal auf dem Meeresgrund 19 Inseln vor der Spitze der Bruce Peninsula umfasst. Seit 1850 verfehlten viele Schiffe die Passage vor der Halbinsel und gerieten in Untiefen. Wegen des glasklaren Wassers und über 20 Wracks auf dem Grund des Sees ein Tauchparadies. Aber auch eine Fahrt mit dem Glasbodenboot lohnt sich.

Zunächst fuhren wir die Touristen-Info im Park an und entschieden uns, nach einem Ausblick vom 20 m hohen Aussichtsturm, für eine Wanderung über die Trail-Kombination aus Georgian Bay Trail, Marr Lake Trail und zurück zum Cyprus Lake. Wir wanderten ca 4 Std, bei strahlendem Sonnenschein, über Felsbrocken und Baumwurzeln, vorbei am mal blau, mal grün schimmernden Cypres Lake. Wir genossen auf dem Felsenplateau die tolle Aussicht auf die zerklüftete Küste und das blau schimmernde Wasser der Georgian Bay sowie der vor uns liegenden Flowerpot Island und der Bear’s Rump Island. Zur Stärkung gab’s einem Picknick. Die ein oder andere Grotte und Höhle sahen wir uns an, soweit diese zugänglich war. Wieder am Parkplatz angekommen, kletterten wir erschöpft wieder in unseren Dodge und fuhren nach Tobermory. Hier reservierten wir für die Überfahrt nach Manitoulin Island am nächsten Tag einen Platz auf der Fähre. Unser Hotel hatten wir wieder von unterwegs gebucht und checkten ein.

Tobermory

Das hübsche Tobermory an der Spitze der 80 Kilometer langen Bruce Peninsula, die den Lake Huron von Georgian Bay trennt, besitzt wegen des Fährverkehrs von und nach Manitoulin Island und der zwei umgebenden Nationalparks einen hohen touristischen Stellenwert. Die aus einem Fischerort erwachsene Hafenstadt mit ihrem ansehnlichen Leuchtturm liegt zwischen den beiden Häfen Big Tub und Little Tub – sinngemäß „große Wanne“ und „kleine Wanne“. Um den kleineren Hafen Little Tub Harbour drängt sich der Ortskern; hier sind auch die Anleger der Ausflugsboote und die Informationsstellen der beiden Nationalparks beheimatet. Die Wartezeiten auf die Autofähre „MS Chi-Cheemaun“, in der Ojibwa-Sprache „großes Kanu“, lassen sich durch einen Ausflug zum Fotomotiv Big Tub Lighthouse am Ende der Landzunge nordwestlich von Tobermory überbrücken.

Den Tag beendeten wir mit einem Spaziergang am Hafen von Tobermory und einem leckeren Essen. Dazu gab‘s kaltes kanadisches Bier.

Donnerstag, 07.09.2017

Manitoulin Island

Pünktlich um 07:50 Uhr standen wir bereits in einer der Autoschlangen zur Chi-Chemaun Fähre (TRAVEL IN GOOD SPIRITS) nach Manitoulin Island. Mit uns an Bord legte die Fähre um 08:50 Uhr von Tobermory ab. Wir holten während der zweistündigen Überfahrt unser Frühstück nach, genossen den Ausblick auf die umliegenden Inseln und holten uns am Touri-Point jede Menge Infos zur Insel. Als wir South Baymouth erreichten, führte uns die erste Fahrt nach Mindemoya. Dort mieteten wir für 2 Nächte eine Holzhütte am Mindemoya Lake. Danach machten wir einen Ausflug nach Providence Bay und genossen bei sonnigem Wetter einen Spaziergang über den Board Walk sowie am Strand entlang des Lake Huron. Zurück in Mindemoya mit den erledigten Einkäufen im einzigen Lebensmittelgeschäft des Ortes, dem Foodland, gab es Steaks mit Salat und Baguette, dazu ein kanadisches Bier (weil das gestrige Bier schon so lecker war).

Die 140 km lange und 40 km breite Manitoulin Island (Insel des Manitou) ist die weltgrößte Insel in einem Süßwassersee. Sie hat 1.500 km Küstenlinie, mehr als 100 Seen, ist grün und leicht hüglig. Sie bietet bei einer ausgewogenen touristischen Infrastruktur wenig Luxus aber viel Ruhe. Seit Jahrhunderten ist die Insel Indianergebiet und noch heute gehört ein Drittel der Inselbewohner zu den Ojibwe- und Ottawa-Stämmen, die Unterzeile First Nation auf den Ortsschildern weist darauf hin. Alljährlich am ersten Augustwochenende findet in Wikwemikong (Bucht des Bibers) das größte und bunteste Pow Wow Ontarios statt, zu dem Indianer aus dem ganzen Land anreisen. Manitouwaning (Höhle des großen Geistes) ist die älteste Siedlung der Insel. In dem aus dicken Steinen erbauten ehemaligen Dorfgefängnis erzählt ein kleines Museum von vergangenen Zeiten. Gora Bay ist mit ca. 920 Einwohnern der zweitgrößte Ort auf Manitoulin Island. Der Ort breitet sich sehenswert um den kleinen Hafen mit Marina aus. Eine Wanderung über den ufernahen Boardwalk sollte man einplanen, ebenso eine kurze Fahrt hinauf auf die Klippen, östlich oberhalb des Hafens. Im zweitgrößten Insel-Reservat M`chigeeng erfährt man mehr über Ojibwe- und Anishnabe-Indianer: In der Ojibwe Cultural Foundation werden Kunsthandwerk und moderne indianische Maler gezeigt und die Great Spirit Circle Trail Touren organisiert, die Zugang zu Geschichte und Lebensweise der Indianer vermitteln sollen.

Für unseren weiteren Aufenthalt auf Manitoulin Island haben wir noch einige Ausflüge und Aktivitäten geplant.

  

Freitag, 08.09.2017

Heute verwöhnten wir uns als Selbstversorger in unserer Holzhütte am See mit einem typisch deutsches Frühstück. Gestärkt fuhren wir zunächst nach Tehkummah auf den Farmer’s Market. Hier wurden Obst, Gemüse, Eier und Brot, Handarbeiten wie Patchworkdecken, Socken, Mützen und Schals, Flohmarktartikel, Bücher, frischer Kaffee und Muffins angeboten. Das war wirklich ein Erlebnis, denn man war mitten drin im Leben der kanadischen Bewohner dieser Insel. Weiter führte uns unsere Strecke über Sandfield nach M’Chigeeng am der West Bay, einem Ort im Gebiet der First Nations. Hier besuchten wir das Museum der Ojibwe Cultural Foundation, um uns über die Kultur und das Leben der hiesigen Ureinwohner zu informieren, die auf Manitoulin Island hauptsächlich in den Gebieten der Orte Aundeck Omni Kaning, Sheshegwaning, Sheguiandah, Ziibaahaasing, M’Chigeeng und Wikemikong leben. Wir wurden von einem sehr freundlichen First Nations Nachkommen empfangen, der uns ausführlich und sehr freundlich die einzelnen Ausstellungsbereiche erklärte. Beeindruckt fuhren wir später weiter zum Info-Point, wo uns 2 Ranger über die Wander- und Picknickmöglichkeiten sowie weitere Sehenswürdigkeiten im Umland informierten. Weiter ging es nach Kagawong zu den Bridel Falls. Hier hatten wir die Möglichkeit unser Picknick zu machen, es war ja schließlich schon mittags. Danach wanderten wir zu und entlang der Bridel Falls. Nach einiger Kletterei hinter und um die Falls konnten wir einige Lachse bei der Wanderung Flussaufwärts beobachten. Die Reise endete für die Tiere im kleinen See unter den Bridel Falls, wo sie ihren Laich ablegten. Es ist ein Erlebnis, die Lachse in freier Natur zu erleben. Als wir uns dann endlich losreißen konnten, fuhren wir weiter Richtung Mudge Bay und machten einen Stopp an der Chocolate Works, einer Schokoladenfabrik mit kleinem Verkaufslädchen. Hier genossen wir auf der Terrasse eine heiße Schokolade, auf den Einkauf weiterer Schokoladenleckereien haben wir verzichtet. Auf unserer Besichtigungstour stand nun noch Gore Bay, mit dem wunderschönen Yachthafen und dem Janet Head Lighthaus (Leuchtturm) zwischen der Julia Bay und der Gore Bay. Über die endlos langen und geraden Straßen, auf denen man schon sieht, wer am nächsten Tag zu Besuch kommt, fuhren wir erschöpft zurück zu unserer Hütte und genossen den Sonnenuntergang am Lake Mindemoya mit dem Blick auf Treasure Island. Wir saßen noch lange dort am Ufer, ließen die letzten Tage revue passieren und machten uns auf den Weg zu unserem Holzhäuschen als die Sonne hinter den Wäldern am Horizont untergegangen war. Es war ein schöner Tag und wir haben entschieden: Die nächsten Reise nach Kanada buchen wir als ONEWAY-FLUG !!!

Freitag, 08.09.2017

Heute verwöhnten wir als Selbstversorger in unserer Holzhütte am See mit einem typisch deutsches Frühstück. Gestärkt fuhren wir zunächst nach Tehkummah auf den Farmer’s Market. Hier wurden Obst, Gemüse, Eier und Brot, Handarbeiten wie Patchworkdecken, Socken, Mützen und Schals, Flohmarktartikel, Bücher, frischer Kaffee und Muffins angeboten. Das war wirklich ein Erlebnis, denn man war mitten drin im Leben der kanadischen Bewohner dieser Insel. Weiter führte uns unsere Strecke über Sandfield nach M’Chigeeng am der West Bay, einem Ort der First Nations. Hier besuchten wir das Museum der Ojibwe Cultural Foundation, um uns über die Kultur und das Leben der hiesigen Stämme zu informieren: AUNDECK OMNI KANING, SHESHEGWANING, SHEGUIANDAH, ZHIIBAAHAASING, M’CHIGEENG und WIKWEMIKONG. Wir wurden von einem sehr freundlichen First Nations Nachkommen empfangen, der uns ausführlich und sehr freundlich die einzelnen Ausstellungsbereiche erklärte. Beeindruckt fuhren wir weiter zum Info-Point, wo uns 2 Ranger über die Wander- und Picknickmöglichkeiten sowie weitere Sehenswürdigkeiten informierten. Also fuhren wir nach Kagawong zu den Bridel Falls. Hier hatten wir die Möglichkeit zu einem Picknick, es war ja schließlich schon mittags. Danach machten wir eine Wanderung zu und entlang der Bridel Falls. Nach einiger Kletterei hinter und um die Falls erwischten wir einige Lachse bei der Wanderung Flussaufwärts. Die Reise endete für die Tiere im kleinen See unter den Bridel Falls, wo sie ihren Laich ablegten. Es ist ein Erlebnis, die Lachse in freier Natur zu erleben. Als wir uns dann endlich loseisen konnten, fuhren wir weiter Richtung Mudge Bay und machten einen Stopp an der Chocolate Works, einer Schokoladenfabrik mit kleinem Verkaufslädchen. Hier genossen wir auf der Terrasse eine heiße Schokolade, auf den Einkauf weiterer Schokoladenleckereien haben wir verzichtet. Auf unserer Besichtigungstour stand nun noch Gore Bay, mit dem wunderschönen Yachthafen und dem Janet Head Lighthaus (Leuchtturm) zwischen der Julia Bay und der Gore Bay. Über die endlos langen und geraden Straßen, auf denen man schon sieht, wer am nächsten Tag zu Besuch kommt, fuhren wir erschöpft zurück zu unserer Blockhütte und genossen den Sonnenuntergang am Lake Mindemoya mit dem Blick auf Treasure Island. Wir saßen noch lange dort am Ufer, ließen die letzten Tage revue passieren und machten uns auf den Weg zu unserer Blockhütte als die Sonne hinter den Wäldern versunken war.

Samstag, 09.09.2017

Mit einem weiteren Selbstversorgerfrühstück begann für uns ein weiterer sonniger Tag in Kanada. Nachdem wir wieder all unsere Habseligkeiten im Dodge verstaut hatten fuhren wir nach Little Current (1500 Einwohner), im Norden von Manitoulin Island.

Der größte Ort der Insel war ursprünglich ein Handelsposten der Hudson’s Bay Company. Heute sind die bunten Häuschen Anlaufpunk für Segelyachten und Sportboote auf dem Weg in die Georgian Bay oder zum Lake Superior. Vor der Stadt verbindet eine eiserne Drehbrücke, die 1913 ursprünglich als Eisenbahnbrücke gebaut wurde, die Insel mit dem Festland. Tagsüber öffnet sie sich alle 45 min für eine Viertelstunde, um den Schiffsverkehr durchzulassen.

Selbstverständlich wollte wir uns die Drehbrücke in ihrer Funktion ansehen und genossen den Spaziergang am Hafen einschl. Yachthafen, entlang der kleinen Geschäfte auf der anderen Straßenseite, setzten uns mit unserer Verpflegung auf die Hafenmauer und genossen den Blick auf die Drehbrücke, die fast pünktlich mit unserer Ankunft die Fahrt für die Schiffe freigab.

Im Anschluss fuhren wir zur Honora Bay auf die Riding Staples Ranch. Von dort aus starteten wir eine Trail-Riding-Tour mit einem Guide. Es ging auf dem Rücken der Pferde durch Wälder und Hochwiesen, mit wunderschönen Ausblicken auf umliegende Berge und einem im Tal liegenden blau schimmernden See. Wir genossen die Ruhe und die schöne Landschaft.

Damit verabschiedeten wir uns von dieser wunderschönen Insel und fuhren über die Drehbrücke Richtung Espanola und weiter nach Sudbury, wo wir bereits von unterwegs ein Zimmer gebucht hatten.

Sudbury

Nickel- und Kupfervorkommen machten Sudbury zu einer von Industrieanlagen geprägten Stadt. Riesige bei der Nickelproduktion entstandene Schlackehalden umgeben die 160.000-Einwohner-Stadt. Der Grund für den Erzreichtum dieser Region, aus der 85% der Weltnickelproduktion stammen, ist nicht genau geklärt. Die Stadt liegt in einer kraterartigen Senke von 24 km Durchmesser, dem Sudbury Basin, über dessen Entstehung die Wissenschaft streitet: Die Erzkonzentration ist entweder vulkanischen Ursprungs oder geht auf Meteoriteneinschlag zurück.

Die Attraktionen Sudburys sind Scienice North und Dynamic Earth. Ersteres ist ein Wissenschaftsmuseum in zwei schneeflockenförmigen Gebäuden mit IMAX-Kino und einem – für Kinder aufregenden – Virtual Voyage Adventure Ride. Auch Dynamic Earth bietet eine Abteilung über Geologie und dazu ein hochmodernes Filmerlebnis über Naturphänomen. Beliebt ist die Untertage Tour, eine Fahrt durch die Entwicklung des Nickelabbaus. Beliebtes Fotomotiv vor dem Gebäude von Dynamic Earth ist THE NICKEL, eine riesige Nachbildung der (bis 1963) zwölfeckigen 5-Cent-Münze.

Mit einem Abendessen im Takhouse ließen wir den Abend ausklingen.

„Ein herzliches Dankeschön allen fleißigen Mailschreibern für Eure Kommentare sowie auch allen weiteren Mitreisenden im www. Es ist schön, Euch mit unseren täglichen Reiseberichten zu unterhalten. Wir haben bisher viel Spaß auf dieser Tour und freuen uns schon auf die nächsten Tage, die hoffentlich ebenfalls fast wie geplant verlaufen. Das Wetter spielte bisher sehr gut mit und der Wetterbericht verheißt uns bisher nur Gutes. Also fahrt einfach mal noch ein Weilchen mit, es wird auch weiterhin interessant bleiben. Wir lesen uns…….“

Sonntag, 10.09.2017

French River, Parry Sound und Huntsville

Unsere Planung für heute sah einen straffen Zeitplan vor. Gaaaaanz früh, 6 AM, klingelte der Wecker. Nach dem allmorgendlichen Programm einschl. kontinentalem Frühstück, fuhren wir Richtung Parry Sound. Am French River Touristen Point machten wir den ersten Halt, um einen Trail durch die Felsen entlang des French River zu klettern. Nach ca. 2 Std. und einer Kletterei durch Felsspalten, über Felsrücken, auf Moosteppichen, über Wurzelgewirr und durch kleine Bäche erreichten wir die sehenswerten Recollet Falls.

Der French River fließt vom Lake Nippising 125 km zur Georgian Bay durch den Canadian Shield, hier ein Geflecht von felsigen Inseln im zu sehen erweiterten Fluss voller Stromschnellen (20 m Gefälle vom Lake Nipissing), und endet in einem weiten Delta. Ein Paradies für Kayak- und Kanufahrer und Angler. Kleine Motorboote können zum Trip in die Wildnis gemietet werden.

Nachdem wir den Touri-Parkplatz wieder erreicht, uns unserer Wanderschuhe entledigt und erfrischt hatten, fuhren wir weiter nach Parry Sound zum Hafen.

Der Hafen im Ort Parry Sound ist Ausgangspunkt für Bootsausflüge in das Gebiet der 30.000 Inseln. Von Anfang Juni bis Mitte Oktober startet die dreistündige Island Queen Cruise täglich um 13 Uhr.

Pünktlich zum Start der Island Queen waren wir an Bord und wir fuhren um Parry Island, entlang der vielen felsigen Inseln, alle Größen, meist dicht bewachsen mit Bäumen und Sträuchern. Fast jede Insel hatte ein Holzhaus, einen Bootssteg und natürlich das unumgängliche Boot. Wir waren sehr überrascht über diese vielen, als Freizeit- und Urlaubsdomizil genutzten, Inseln (jede Insel ist vermessen und registriert). Trotzdem hatten wir das Gefühl: „Das macht Kanada aus, das gefällt uns, hier wollen wir bleiben.“ Total schön, auch aufgrund des wunderbaren Wetters, einfach toll. Nach der Inseltour beobachteten wir noch die Wasserflugzeuge im Hafen bei Start und Landung und selbst der Zug der Canadian Pacific Railway ratterte zum Schluss noch endlos lang über die Eisenbahnbrücke am Hafen (4,5 min).

Eingecheckt haben wir in Huntsville, wo wir mal wieder von unterwegs im Netz gebucht hatten. Auf der Strecke nach Huntsville zeigten sich die Bäume schon im Indian Summer Outfit. Das war wieder mal ein weiterer fantastischer Tag mit vielen tollen Eindrücken.

Montag, 11.09.2017

Haliburton Forest & Wolf Centre

Mal wieder gab es das bekannte, supersüße Minifrühstück dieses Kontinents. Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt. Hauptsache Kaffee ist gut (bisher immer).

Nach einem Telefonat mit dem Haliburton Forest Office, hatten wir den heutigen Tag schon im „Sack“.

Haliburton Forest und Wild Life Reserve Ltd. Oder einfach nur Haliburton Forest, ist ein einzigartiger Wald in Privatbesitz. Auf 80.000 Hektar Waldgebiet befinden sich wunderschöne Seen, schlängeln sich Flüsse durch die Landschaft und befinden sich ausgedehnte Sumpfgebiete. Die Haliburton Highlands liegen im Zentrum von Ontario, 3 Stunden nördlich von Toronto.

Haliburton Forest ist ein Paradies für Outdoor-Liebhaber und verfügt über Wildnis-Abenteuer-Aktivtäten wie das Wolf-Center, den Spaziergang durch die Baumkronen, Kanufahrten, Schneemobiltrails, Mountainbiken, Hundeschlittenfahrten, Angeln, Wandern, Astronomie, Tierbeobachtung, Wildnis Camping und mehr.

Nach der Anfahrt von Huntsville aus, fragten wir uns vor Haliburton an einem Hotel durch und erhielten eine einwandfreie Wegbeschreibung. Die Fahrt führte uns vorbei an bereits rötlich gefärbten Laubbäumen und still liegenden Seen, einfach ein Träumchen. Angekommen im Haliburton Forest bezahlten wir erst einmal unsere Buchung „Canopy-Tour“ und erhielten unsere Tour-Infos. Zunächst besuchten wir das Wolf-Centre und bekamen Einblick in das Leben und Verhalten der Wölfe aber auch andere, in Kanada lebenden, Wildtiere. Die Zeit verging wie im Flug. Schon war es Zeit für unsere Kanu-Tour über einen der wunderschönen Seen. Einmal quer über den See und auf der anderen Seite aussteigen, klettern und dann bekamen wir unsere Sicherheitsgurte. Nach einer ausführlichen Einweisung ging es los. Wir klinkten uns in die Sicherungsseile ein und die Tour, 20 Meter hoch durch die Baumkronen, über schmale, schwankende Bretterstege, insgesamt 26 von diesen „Brücken“, nahm ihren Lauf. Bei einem Zwischenstopp auf einer Holzplattform, hoch oben in den Bäumen, machten wir eine Verschnaufpause. Das letzte Stück des wackelnden Weges schafften wir dann auch noch und nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten liefen wir wieder zu unserem Kanu zurück. Wir paddelten über den See zurück. Dieser Ausflug allein hat 4 Stunden gedauert und war nicht nur aufregend und anstrengend sondern auch landschaftlich total schön – Kanada schön eben 😉

Erschöpft checkten wir in Haliburton im Pinestone Resort & Conference Centre ein und belagerten erstmal den Spa-Bereich.

Dienstag, 12.09.2017

Algonquin Provincial Park       

Den Tag nutzten wir zum Ausschlafen, um 8 Uhr war die Nacht vorbei. Um 9:30 Uhr waren wir bereits unterwegs zum Algonquin Park. Unterwegs mussten wir erstmal eine Tankstelle suchen, da hier in den kanadischen Highlands nicht so viele sind, schon gar nicht, wenn die ein oder andere auch noch geschossen hat. Uns fehlte auch noch ein Frühstück und so hielten wir kurz vor dem Park bei Erika’s Bakery. Das Frühstückstück war perfekt und die Brötchen auch, wie zu Hause. Mit Marschverpflegung fuhren wir weiter zum westlichen Parkeingang.

Der Algonquin Provincial Park ist der älteste Park Canadas und mit 7.653 km² größer als die kleinste kanadische Provinz, Prince Edward Island. Er umfasst riesige Wälder, Hunderte von Seen sowie unzählige Flüsse und Bäche in einer meist hügeligen, felsigen Landschaft. Vor allem wegen seiner Kanurouten (über 2.100 km), die sich größtenteils auch für ungeübte eignen, ist der Park sehr populär. Gleichzeitig bietet er in jeweils nur rund 3 Autostunden Entfernung von Ottawa und Toronto bereits echte Wildnis. Noch nicht Wildniserprobte sollten erst einmal eine Tour mit Führer machen. Der europäische Städter unterschätzt leicht Entfernungen, Wetterumschwünge und den „Alltag“ in der Wildnis. Im Algonquin Park gibt es nicht nur (2000!) Elche, Bären, Biber und den Common Loon (eine Wildenten-Art mit klagenden, weithin tragenden Lauten, sondern auch Wölfe. Die Wölfe heulen nicht nur gern, sie heulen vor allem sehr gern zurück. An manchen Tagen warten über 1.000 Menschen geduldig und mucksmäuschenstill darauf, dass die Wölfe dem speziell geschulten menschlichen „Vorheuler“ antworten. Kurze Naturlehrpfade und ausgedehnte Wanderwege gibt es in großer Auswahl. Nur anderthalb Kilometer lang ist der Spruce Bog Boardwalk, der um zwei typische nördliche Sümpfe herumführt, ganze fünf Kilometer der Booth’s Rock Trail. Fabelhafte Aussichtspunkte liegen an den Wanderwegen durch die Waldlandschaft; zurück geht es z. B. über einen verlassenen Schienenstrang, der auf frühe zivilisatorische Einflüsse im Park hinweist. Steiler als die beiden anderen, auch etwas rauer und zwei Kilometer lang schlängelt sich der Lookout Trail durch die Wälder. Krönung der Mühen ist auch hier eine herrliche Panoramasicht auf Algonquins Wald- und Seenlandschaft. Unweit des Osteingangs vermittelt eine professionelle 30-minütige audiovisuelle Show im Algonquin Logging Exhibit einen sehenswerten Überblick über die Geschichte der Holzwirtschaft; nach der Show wird die Leinwand hochgezogen und gibt dem Besucher einen Spaziergang frei. An mehreren Haltepunkten erfährt man dort alles über das Leben der Holzfäller, Holzfällerei (Logging), das Flößen, spezielle Transportmittel (wie den Alligator, ein Schiff, das sich mit einer eigenen Winsch über Land zum nächsten See ziehen konnte) und die Entwicklung der Maschinen bis heute.

Wir entschieden uns für 3 kleinere Trails mit mittlerem Schwierigkeitsgrad und kamen dabei voll auf unsere Kosten. Sumpflandschaften, Felsenschluchten, kleine Bäche und endlose weiche Moosböden, hier und da eine Schlange oder Frösche bekamen wir zu sehen. Ein ca. 20 m breiter Biberdamm sowie eine Biberburg fanden wir besonders interessant. Ein solch riesiges Bauwerk ist schon bemerkenswert. Jede Menge Seerosen begleiteten uns an unseren Wegen auf den Teichen und Seen. Und der anstehende Indian Summer fehlte auch nicht.

Unsere Wanderungen nahmen viel Zeit in Anspruch, waren anstrengend aber wunderschön. Das bereits von unterwegs gebuchte Zimmer in Barry‘s Bay bezogen wir sehr spät.

Mittwoch, 13.09.2017

Fahrt von Barry’s Bay nach Ottawa

Für die Fahrt nach Ottawa haben wir uns viel Zeit gelassen. Wir fuhren ganz relaxed die Strecke nach Ottawa. Unterwegs stoppten wir an Stellen/Orten, die uns gut gefielen. Mal zum Schwimmen, zum Picknicken, für Fotos an View-Points, am ersten Outlet vor Ottawa zum Bummeln und Shoppen. Bei dem „World Foremost Outfitter“ Cabela‘s mussten wir auch unbedingt durchschlendern. Hier gibt es alles, was das Outdoor-Fan-Herz begehrt. Muss man unbedingt gesehen haben. Danach checkten wir in dem von uns mal wieder von unterwegs gebuchten Hotel ein, machten noch eine Kaffeepause bei Tim Hortons und einen Biereinkauf im Beer Store sowie 1x Buntwäsche 😉

Ottawa

Die kanadische Hauptstadt Ottawa (900.000 Einwohner) liegt direkt an der Grenze zur Provinz Québec. Über 1,25 Millionen Menschen leben im Großstadtraum einschl. der Schwesterstadt Gatineau auf der gegenüberliegenden Seite des Ottawa River. Wahrzeichen der Stadt sind die würdevollen Parlamentsgebäude auf dem Parliament Hill. Dank der Regierung als größtem Arbeitgeber blieb die Hauptstadt weitgehend frei von industrieller Ansiedlung. Den Platz nehmen stattdessen eine Reihe schöner Stadtparks, baumbestandene Straßen, einzigartige Museen und andere bedeutende kulturelle Attraktionen ein. Alt und Neu konnten sich ungestört nebeneinander entwickeln, und so spiegeln sich in den glänzenden Glasfassaden der Bürohochhäuser noch heute die Steinbauten des 19. Jahrhunderts.

Gatineau liegt auf der gegenüber liegenden Seite Ottawas, des Ottawa River, früher Hull. Nordöstlich von Gatineau liegt der 36.000 ha große Parc de Gatineau, ein ideales Naherholungsgebiet in dem man viele Tage und Wochen verbringen könnte. Im Herbst tolle Laubverfärbung, die sich auch in den Seen spiegelt – ein Erlebnis.

Donnerstag, 14.09.2017

Stadtrundfahrt mit dem Amphibienbus und dem Hop-On-And-Off-Bus

Unser Auto parkten wir den ganzen Tag im Parkhaus in Ottawa für einen moderaten Preis von ca. 10 €. Wir hatten eine Kombitourmit dem Amphibienbus und dem Hop-On-And-Off-Bus geplant, um uns einen Eindruck von Ottawa zu verschaffen. Angenehm übersichtlich schmiegt sich Ottawas Innenstadt an den gleichnamigen Fluss, in den der Rideau River (rideau = französisch Vorhang) mit einem breiten Wasserfall mündet, der sich in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt zieht. Eingerahmt wird der Kanal – mit seinem Schleusensystem eine der Attraktionen – von mehreren Stadtparks, dem Queen Elizabeth Driveway am West- und dem Colonel By Drive am Ostufer.

Da wir noch etwas Zeit hatten bis zum Beginn der Tour, machten wir einen Spaziergang entlang der Parliament Buildings.

Auf dem Felsvorsprung oberhalb des Ottawa River, wo sich seinerzeit Siedler nur widerstrebend niedergelassen hatten, werden heute zahllose Besucherscharen durch die im neogotischen Stil erbauten Parlamentsgebäude geführt. 1916 zerstörte ein Feuer später nach Originalplänen rekonstruierten Mittelbau, und nur die Bibliothek mit der bewundernswerten Rotunde blieb verschont. Der 90 Meter hohe Peace Tower besitzt nicht nur 53 Glocken, von denen die schwerste über 10 Tonnen wieder und die Glockenspielkonzerte erklingen lassen, sondern auch das Privileg einer wirklich hinreißenden Aussicht. Auf den weiten Rasenflächen vor dem Parliament Hill, wo die zum 100. Geburtstag des Dominion of Canada entzündete ewige Centennial Flame brennt, ist immer etwas los. In den Sommermonaten findet täglich zehn Uhr das zeremonielle Chaning the Guard der rotberockten „Governor General’s Foot Guard statt. Eine halbe Stunde zuvor formieren sie sich am Canadian War Museum und marschieren hinauf zum Parliament Hill.

Dann startete der Amphibienbus und wir erhielten ausführliche Auskünfte und Erklärungen während unserer Tour durch Ottawa und über den Ottawa River nach Gatineau. In Gatineau am Hafen fuhr der Bus ins Wasser und wir unternahmen so ein Stück der Sightseeingtour auf dem Wasser.

Direkt am Hafen befindet sich in diesem Jahr, zu 150 Jahren Kanada, die MUSAICANADA150. Dabei handelt es sich um einen Park mit ca. 40 Figuren zur Geschichte Kanadas, erstellt und bepflanzt mit ca. 2 Millionen Pflanzen. Der Besuch ist kostenlos. Diese tolle Ausstellung ist nur noch bis Mitte Oktober 2017 zu sehen. Also beschlossen wir den Besuch später bei der Hop-On-And-Off-Tour mit einzuplanen. In Haliburton Forest hatten uns Kanadier aus Kingston bereits darauf aufmerksam gemacht, jedoch konnten wir uns zunächst nicht so viel darunter vorstellen. Wir verbrachten 2 Stunden dort und waren absolut begeistert.

Eine weitgefächerte Auswahl kleiner, interessanter Restaurants oder Kneipen findet sich im ByWard-Market-Viertel, nördlich der Rideau Street und östlich des Sussex Drive, das sich um den seit 150 Jahren bestehenden Farmers‘ Market gruppiert. Auch am Abend ist die Gegend eines der populärsten Ziele. Das Nachtleben in Ottawa hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Eine größere Variationsbreite an Kneipen um ein Uhr, während es im benachbarten Gatineau bis drei Uhr weitergeht. Am Sussex Drive ragen die Zwillingstürme empor, einer der ältesten Kirchen der Stadt mit sehenswerten Buntglasfasern. Auf der anderen Straßenseite liegt die 1988 an dieser Stelle neueröffnete National Gallery of Canada, ein innovatives Glasgebäude mit lichtdurchfluteter Kolonnade und markantem Turm.

Auch wir schlenderten später hier hindurch und genossen den Flair dieser Stadt. Erst am späten Abend fuhren wir zurück ins Hotel.

Übrigens, noch eine Info für Interessierte: Die Kanada-Flagge auf dem Parlamentsgebäude wird täglich gewechselt. Kanada möchte sich mit einer sauberen Flagge zeigen. Die tgl. alte Flagge wird an Interessierte verschenkt. Im Internet kann man sich in eine Liste eintragen. Die Wartezeit für eine Flagge beträgt 72 Jahre.

Freitag, 15.09.2017

Weiterfahrt von Ottawa Richtung Montreal

Der Tag heute war für die Weiterfahrt nach Montreal geplant und somit starteten wir in aller Ruhe nach einem kleinen Frühstück über Landstraßen und durch kleine Orte. Wir hatten absichtlich nicht den Highway gewählt, weil wir gern den ein oder anderen Stopp zum Bummeln, Picknicken, Spazierengehen und einfach nur so, weil der Platz halt schön ist, einlegen wollten. Das taten wir dann auch und letztendlich checkten wir am späten Nachmittag im Hotel Le Prestige in Montreal ein. Also war dieser Tag zwar weniger spektakulär, jedoch sehr erholsam für uns. Muss ja auch mal sein nach den vielen bisherigen Highlights.

Beim Picknicken teilten wir unsere Weintrauben gern mit ein paar kleinen hungrigen Besuchern.

Samstag, 16.09.2017

Montréal

Für viele ist Montréal die ideale Stadt Nordamerikas. Ein gutes Stück englisch im Zuschnitt und gesegnet mit einer großen Portion von französischem Savoir-vivre. Wo die Irokesen bis ins 16. Jh. am Fuß des Mont-Royal im Dorf Hochelga lebten, liegt heute eine der facettenreichsten Metropolen Nordamerikas. Mit über 3 Mio. Einwohnern gehört Montréal zu den größten französischsprachigen Städten der Welt. Hier tobt sich die Neuzeit aus mit Glasfassaden und Hochhäusern zwischen Grünanlagen, Kirchlein und „Plätzen“ (place: sprich = plass, so heißen auch Einkaufszentren). Und sogar abends ist etwas los – anders als sonst in Nordamerika – denn die Straßenschluchten der glitzernden Downtown veröden nach Büroschluss nicht, sondern füllen sich mit Menschen.

Stadtspaziergang durch Montréal

Der Stadtspaziergang durch Montréal begann an der Place Jaques-Cartier im Herzen von Vieux-Montréal.

Vor gepflegten alten Häuserfassaden drängen sich Straßencafés mit bunten Sonnenschirmen: zwischen Uferpromenade und Nelson-Säule – 1809 nach der Schlacht von Trafalgar errichtet – sorgte ein internationales Publikum für Leben und Gedränge. Passend zum historischen Flair der Altstadt fuhren auf dem kopfsteingepflasterten Straßen und Gassen rund um den Platz nostalgische Pferdekutschen, was uns jedoch nicht besonders gut gefiel, den meisten übrigen Touristen schon.

Restaurierten Montréaler Hausfassaden und weitere Sehenswürdigkeiten der Altstadt sind das grünbedachte Hôtel de Ville, das Rathaus, das Châteaude Ramezay, heute ein Museum, der Marché Bonscours sowie der Vieux-Port. Elbstverständlich stand auch der Besuch der Chapelle Notre-Dame-de-Bonsecours auf dem Programm. Wir durchwanderten fast die gesamte Altstadt und fuhren am Abend zurück ins Hotel.

Weitere Informationen zur Stadt aus dem Reiseführer: Am Quai Jacques-Cartier legen die glasbedachten Ausflugsboote der „Le Bateaumouche“ zu einer Rundfahrt um die Île Ste.-Hélène ab, ebenso die Fahrboote der „Navettes Vieux-Port-Les Îles“. Fragende Blicke fallen auf die gegenüberliegende Hafenseite, wo sich scheinbar ungeordnet ein Berg Betonklötze auftürmt – Habitat `67 heißt das anlässlich der Weltausstellung erschaffene unkonventionelle Wohnprojekt auf der Landspitze Cité du Havre. Ein weiterer Zeitsprung führt über mehr als drei Jahrhunderte zurück zur historischen Keimzelle der Stadt. Vom Quai Alexandra stadteinwärts liegt am Pointe-à-Callière die Stelle, an der 1642 die ersten Siedler die rundfeste der heutigen Millionenmetropole errichteten. Auf anschauliche Weise versetzt das sehenswerte Museum die Besucher zu den Ursprüngen der Stadtgeschichte. Nur zwei Querstraßen weiter auf der Rue St.-Silpice stadteinwärts steht die Basilique Notre-Dame-de-Montréal, das Herzstück von Vieux-Montréal. Das 1829 erbaute Meisterwerk neugotischer Architektur zählt zu den größten und schönsten frankokanadischen Kirchen und bietet 4.000 Menschen Platz. 14 Buntglasfenster und sakrale Skulpturen, ein gewaltiger Altar mit alten Holzschnitzereien sowie wertvolle Gemälde schmücken das Bauwerk, und eine zwölf Tonnen schwere Glocke ruft zum Gebet. Im Kontrast zu der ehrwürdigen Basilika gruppieren sich um die Place d’Armes, das alte Montréaler Finanzzentrum, moderne Hochhäuser. Kurz hinter der historischen Altstadt machen wir den Schritt in eine andere Kultur. Neonbunte, exotische Schriftzeichen markieren das kleine Viertel an der Rue und La Gauchetière zwischen Rue Clark und Rue St.-Urbain. Der Weg führt uns weiter durch den modernen Complexe Guy-Favreau und entlang dem Boulevard René-Lévesque in das neue Geschäftszentrum im Bezirk um den Gare Centrale, den Hauptbahnhof; die größten Hochhäuser Montréals sind hier zu finden. Gewissermaßen ein Stockwerk tiefer entstand bereits 1962 die Place Ville-Marie, das erste unterirdische Einkauszentrum von Montréal, später im Verbund mit Place du Canada und Place Bonaventure erweitert zur Ville souterraine mit Hunderten von Geschäften, Boutiquen und Restaurants. Wieder folgen architektonische Gegensätze: Zwei Kirchen, Relikte des 19. Jahrhunderts, bilden inmitten der modernen Geschäftswelt einen besonders auffälligen Kontrast. An der Place du Canada ist die 1870 im neogotischen Stil erbaute Église anglicane St.-George das älteste Gebäude; früher war hier das Zentrum eines anglophonen Viertels. Wie eine verkleinerte Version des Petersdoms in Rom wirkt dagegen die katholische Cathédrale Marie-Reine-du-Monde am Boulevard René-Lévesque. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Montreal genug. Fast 30 km erstrecken sich vor Wind und Wetter geschützte Einkaufspassagen der Innenstadt im Untergrund. Die Ville souterraine mit Läden jeglicher Couleur verindet Büro- und Appartementhochhäuser, Kaufhäuser, Hotels und Métrostationen. Auch wenn die Montréaler den Sommer lieber in den luftig-sonnigen Straßen und Gassen verbringen – bei den beträchtlichen Minustemperaturen der rauen Winter zieht man im allgemeinen den entspannten Bummel in der klimatisierten Unterwelt den windigen Straßenschluchten vor. Montréals Einkaufsviertel an der Rue Ste.-Catherine gab es schon, bevor unterirdische Passagen das Stadtzentrum durchpflügten. Mit seinen hell erleuchteten Schaufenstern verlockt das Centre Eaton, das größte Einkaufszentrum der Stadt, zum Schlendern durch die Etagen. Nur zwei Querstraßen weiter nördlich öffnen sich die Pforten der Konkurrenz: Das traditionsreiche Kaufhaus La Baie führt seine Anfänge auf die legendäre Pelzhandelsgesellschaft „Hudson’s Bay Company“ zurück.

Sonntag, 17.09.2017

Fahrt nach Kingston über Upper Canada Village und Morrisburg 

Gaaanz früh am Morgen machten wir uns auf den Weg in Richtung Kingston. Nachdem wir einen Kaffee getrunken und dann noch einen Kaffee-TO-GO sowie jeweils ein Muffin und einen Becher Obstsalat unter dem Arm geklemmt hatten, die Zimmerkarten an der Rezeption abgegeben und unser Gepäck verstaut hatten (aus dem 2 Stock), fuhren wir los. Der Highway war so gut wie leer, da sich sonntags um diese Zeit sicher die meisten noch einmal im Bett umdrehen. Montreal hatten wir gesehen, jedoch freuten wir uns wieder auf Kanadas weiter und grüner, inzwischen an vielen Orten schon Indian-Summer-Farben, Natur. Unseren ersten Halt machten wir bei Cornwall. Dort suchten wir uns ein Picknick-Eckchen am Wasser und genossen unseren Kaffee sowie unser Frühstück. Der nächste Stopp war am Upper Canada Village, das sehr sehenswert, informativ ist und gut besucht war. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter hatten offensichtlich eben so viel Freude an ihrer Arbeit im Museumsdorf wie die Besucher an all den tollen Eindrücken.

Upper Canada Village

Das Freilichtmuseum Upper Canada Village stellt das ländliche Leben in der Region um 1860 nach. In Asselstine’s Woollen Factory wird Schafwolle auf alten Gerätschaften zu Kleidung verarbeitet, Schmied, Drucker oder Schneiderin gehen ihren Handwerken nach. Kinder staunen über die dampfbetriebene Mühle und freuen sich über Fahrten in alten Kutschen über das riesige Gelände des Parks.

Nach einigen Stunden Aufenthalt fuhren wir die Uferstraße weiter nach Morrisburg.

Morrisburg

Morrisburg (2.600 Einwohner) wurde beim Ausbau des hochseeschiffahrtstauglichen Sankt-Lorenz-Seeweges (ca. 330 km von Kingston nach Montréal) stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit dem Anstieg des Flusspegels nach den Baumaßnahmen mussten viele Gebäudein höhergelegene Ortsteile versetzt werden. Dasselbe Schicksal ereilte auch die Nachbarstadt Iroquois. Drei Kilometer westlich des Ortes lohnt sich ein Picknickstopp am sehr guten Aussichtspunkt über die St. Lawrence Seaway Locks.

Mit einem weiteren Picknick zum Nachmittag genossen wir den Blick auf den St. Lawrence River sowie die Brücke auf die andere Flussseite in die USA.

Ein wirklich wunderschöner und liebevoll gestalteter Ort ist Brockville, der auf unserer Route kurz vor Kingston lag.

Das Zimmer in Kingston hatten wir bereits von Montreal aus gebucht und somit brauchten wir uns um die Zimmersuche keine Gedanken machen. Erst spät am Abend erreichten wir unser Hotel in Kingston. Wieder ging ein toller „Sonnentag“ zu Ende.

Dienstag, 18.09.2017

Kingston

Der heutige Tag begann mit einem guten Frühstück. Der Besuch der Touristen-Info stand zunächst an. Mit ein paar Infos zur Stadt machten wir uns auf den Weg zum Waterfront-Trail. Wir genossen die frische Brise am Wasser. Mit einem Rundgang durch die Innenstadt mit ihren schönen keinen Geschäften rundeten wir den Vormittag ab.

Die Kleinstadt Kingston war ab 1841 nur drei Jahre lang die Hauptstadt von Upper und Lower Canada. Jedoch musste Kingston bei der endgültigen Standortentscheidung Ottawa den Vortritt lassen. Die Haupteinkaufsstraßen sind Princess und Brock Street, die von der Waterfront in Ost-West-Richtung verlaufen. In beiden und einigen Querstraßen (King bis Barrie Street) konzentrieren sich Geschäfte, Restaurants, Kneipen und Discos. Dank getäfelter viktorianischer Läden wie Cooks Fine Foods in der 61 Brock Street mit vielen Kaffee- und Teesorten, Ginger- und Shortbread-Keksen findet man in Kingston noch einen Hauch koloniales England. Sehenswerte Ausflugsziele in Kingston sind das Marinemuseum, Bellevue House, Penitentiary Museumund Fort Henry.

Fort Henry war unser nächstes Ausflugsziel, wovon wir einen wunderbaren Blick auf Kingston hatten.

Fort Henry

In dieser beeindruckend trutzigen Festung über dem Strom dokumentiert ein Militärmuseum die Rolle Kingstons während des Kriegs 1812 gegen die USA. Im Sommer exerziert die Garde in prächtigen Uniformen (tgl. 15 Uhr).

Die weiteren Empfehlungen für Ausflüge waren Thousand Island und Boldt Castle sowie Singer Castle. Auf Thousand Islands verzichteten wir, da wir bereits 30.000 Islands von Manitoulin Island gesehen hatten und hier wären die Eindrücke ähnlich gewesen. Ebenso ließen wir die Castles aus dem Sightseeing-Programm.

Thousand Islands

Der St. Lawrence River verbindet die Großen Seen mit dem Atlantik. An seinem Beginn am Lake Ontario umfließt er auf einer Strecke von 80 km fast 1.800 Inseln. Während die größeren wie Wolfe Island besiedelt sind, präsentieren sich die kleineren Eilande wild und unberührt. Rundfahrten durch diese Inselwelt starten in Kingston. Von Mallorytown weiter im Norden aus kann man den St. Lawrence Islands National Park erkunden, zu dem 21 Inseln gehören. Ab Gananoque und Rockport kann man täglich 1 bis 2,5 Std. verschiedene 1000 Island Cruises unternehmen. Hill Island ist die einzige Insel die per Brücke erreichbar ist. Dort befindet sich die Grenzstation.

Boldt Castle und Singer Castle

Um 1900 ließen sich die Oberen Zehntausend aus New York oder Buffalo auf manchen Inseln wahre Schlösser erbauen. Besonders extravagant sind Boldt Castle auf Heart Island und Singer Castle auf Dark Island. Fähren zu den Inseln verkehren ab Alexandria Bay im US-Bundesstaat New York.

Wir entschieden uns für eine kleine Wanderung durch die Natur und umrundeten am Nachmittag die kleine vorgelagerte Insel Belle Island, die an der Spitze so gut wie unberührte Natur beherbergt.

Dienstag, 19.09.2017

Fahrt von Kingston nach Toronto

Den heutigen Tag hatten wir für die 260 km lange Fahrt von Kingston nach Toronto eingeplant. In aller Ruhe packten wir unseren Dodge mal wieder ein und fuhren nach dem Frühstück los. Wir hatten uns für die Fahrt über die County 2 Rd entschieden, da der Hwy uns sicher nicht so viele Möglichkeiten für Einblicke in die Orte geboten hätte. Zunächst fuhren wir außerhalb Kingstons eine Tankstelle an, eher einen Tank-Stopp. Es kann alles so easy sein, 4 Tanks, 8 Zapfhähne und nur 1,069 Can$ = 0,725 €. Diese kanadische Einfachheit macht eben auch Kanada aus. 

Unterwegs stoppten wir, wo es uns gefiel, z.B. am Napanee River in Napanee und machten eine Pause mit Blick auf die Wasserfälle. Einen weiterer Stopp für ein Picknick legten wir am Lake Ontario in Cobourg ein. Wir genossen das schöne Wetter und den Blick auf den, durch die Sonnenstrahlen, glitzernden See. Es war nur ein einziges Segelboot zu sehen, sonst nichts außer Wasser. Von Kingston aus hatten wir in Toronto eine Airbnb-Wohnung für die letzten Urlaubstage gemietet. Natürlich waren wir sehr gespannt darauf. Angenehm überrascht nahmen wir unser 3-Nächte-Heim in Beschlag. Einfach toll. Geräumig, sauber, perfekte Einrichtung, ganz nach unserem Geschmack. Heute kochen wir dann mal wieder selbst.

Mittwoch, 20.09.2017

Toronto Zoo

Unser heutiger Plan beinhaltete die Besichtigung des Toronto Zoo, da dieser zu den größten Zoos weltweit gehört.

Der Toronto Zoo liegt rund 20 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums am Rouge River. Mit rund 5000 Tieren – inklusive der wirbellosen Tiere und Fische etwa 16.000 – auf einer Fläche von 287 Hektar und etwa 10 Kilometer Laufwegen gehört er zu den größten Zoos weltweit. Seine Fläche ist nach zoogeografischen Erdteilen gegliedert. Jährlich wird der Zoo in Toronto von annähernd 1,2 Millionen Menschen besucht.

Der Zoo geht auf eine Eröffnung im Jahr 1888 zurück. Sein ursprünglicher Name war Riverdale Zoo und stellte die Tiere in dunklen Käfigen in der Form einer Kuriositätenshow dar. 1963 kam zum ersten Mal die Idee auf, einen neuen Zoo zu erbauen. Elf Bürger gründeten daraufhin 1966 die Metropolitan Toronto Zoological Society. Ein Jahr später wurde der Rouge Park in Scarborough als möglicher Platz für einen neuen Zoo erwogen, so dass 1968 durch den Architekten Raymond Moriyama eine Machbarkeitsstudie erhoben wurde. 1970 begann der Bau des neuen Zoologischen Gartens, der am 15. August 1974 als Metropolitan Toronto Zoo für die Öffentlichkeit eröffnet wurde. Die ursprüngliche Fläche des ersten Park 1888 betrug rund 3 Hektar und wurde 1978 in eine städtische Farm umgewandelt.

Wir hatten zwar nur ein paar Stunden eingeplant. Da wir bei dem schönen Wetter, den langen Wegen im Zoo und den vielen Tieren jedoch fast die gesamte Tagesöffnungszeit benötigten, endeten für diesen Tag unsere Unternehmungen.

Hier noch eine Anmerkung zum Zoo: So riesig und interessant der Zoo auch ist, uns taten einige Tiere darin unendlich leid. Wir empfanden den ein oder anderen Käfige als zu klein. Gerade so ein stolzes Tier wie z.B. der Adler, hatte nicht die Möglichkeit in seinem Gehege die Flügel auszubreiten. Ebenso Luchse, Tiger, Leoparden und Pumas schienen ein zu kleines Gehege zu haben. Natürlich hatten andere Tiere wiederum mehr Platz und es gab viele neue Anlagen im Zoo. Auf alle Fälle war der Zoo mit seinen Tieren sehenswert. Trotzdem waren wir ein wenig traurig als wir zum Ausgang gingen.

Donnerstag, 21.09.2017

Toronto

Den heutigen Tag verbrachten wir in Toronto. Wir hatten den Besuch des Ripley’s Aquarium of Canada und den CN Tower geplant.

Die größte Stadt Kanadas ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Einwanderer aus aller Herren Länder leben hier friedlich zusammen und sorgen für eine weltoffene Atmosphäre.

Vor dem Eintreffen der Europäer fischten Huronen und Irokesen an den Ufern des Lake Ontario. Im 17. Jh. Erkundeten französische Trapper und Missionare die Region. Nach dem britischen Sieg über Französisch-Kanada 1762 entstand die erste, durch ein Fort geschützte Siedlung. Im 19. Jh. Sorgte die Industrialisierung für Wachstum. Seit dem Wiederaufbau Torontos nach einem verheerenden Feuer im Jahr 1904 prägt eine bunte Stilvielfalt aus Neogotik und Viktorianismus die Stadt, dazwischen ragen Stahl- und Glasriesen empor.

CN Tower

An klaren Tagen reicht die Sicht von dem 553 m hohen Fernsehturm bis zu 160 km  weit. In 58 Sek. Geht es in einem der verglasten Aufzüge zur Aussichtsebene in  346 m Höhe. 4 m darunter kann man durch einen gläsernen Boden in die Tiefe blicken.

Rogers Centre

Das Rogers Centre war zur Eröffnung 1989 das erste „wiederverschließbare“ Stadion. In nur 20 Minuten fährt das Dach der bis zu 55.000 Zuschauer fassenden Arena zu. Sowohl das Baseball-Team der Toronto Blue Jays als auch die Canadian-Football-Mannschaft der Toronto Argonauts tragen hier ihre Meisterschaftsspiele aus.

Harborfront Centre

Im Harborfront Centre am Lake Ontario verbindet sich Hochkultur mit entspannter Ausgehatmosphäre. So ist die Power Plant Gallery, ein früheres Kraftwerk, heute ein Zentrum für zeitgenössische Kunst. Weiter östlich, am Queens Quay Terminal, befinden sich Restaurants und Boutiquen.

Das Aquarium war auf jeden Fall sein Geld wert. Noch nie hatten wir ein so phantastisches Aquarium auf solch hohem Niveau gesehen. Wir waren begeistert. Nach 4 Stunden konnten wir uns endlich Richtung Ausgang bewegen. Wirklich sehenswert. Danach ging es in den daneben liegenden CN Tower. Ein toller Ausblick auf die Stadt, vor allem direkt ins Rogers Centre, denn während unseres Ausblicks wurde das Dach geöffnet. Wir ließen uns den Glasboden natürlich auch nicht entgehen, empfanden den Blick jedoch nicht so spektakulär. Mit einem späten Mittagessen im Restaurant des CN Tower rundeten wir den Besuch ab und genossen die Aussicht. Danach machten wir noch einen ausgedehnten Spaziergang an der Harborfront und ließen uns von der Sonne noch ein wenig verwöhnen. Schon war der Tag wieder vorbei und somit fuhren wir, nachdem wir unser Auto dann endlich wieder gefunden hatten, in unsere Wohnung.

Freitag, 22.09.2017/Samstag, 23.09.2017

Shoppen im Outlet, Auto volltanken, Auto abgeben, Flughafen……….Heimflug

Abflug:         19:50 Uhr TORONTO (22.09.2017)

Ankunft:       09:50 Uhr FRANKFURT (23.09.2017)

Leider, leider ist die Reise für uns nun bald zu Ende. Gern würden wir hier von Toronto aus nochmal Richtung Manitoulin Island durchstarten. Wir haben viel gesehen, viel erlebt, viele nette Menschen getroffen und hatten sehr viel Spaß während unserer Tour durch (fast ausschließlich) Ontario. Besonders die unendlich großen Wälder, vielen Seen und Wasserfälle haben es uns angetan, innerhalb und außerhalb der Nationalparks. Die Tiere auf unseren Wanderungen nicht zu vergessen. Glücklicherweise sind uns Bären nur im Zoo begegnet. Insgesamt haben wir über 3200 km zurückgelegt.

Schön, dass Ihr mit uns gereist seit und wir somit unsere Erlebnisse mit Euch teilen konnten. Schaut in den nächsten einfach Wochen mal wieder in den Reisebericht. Wir laden für Euch noch einige Bilder hoch und vervollständigen den Text. Vielleicht habt Ihr ja auch mal Lust auf eine solche Tour.

Bis zu unserer nächsten Tour sagen TSCHÜSS…………

Petra, Thomas und Uschi

PS: Passend zu unserem letzten Abend in Kanada spielt auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einer Bar eine Bank Livemusik, das auch noch ziemlich gut 🙂